Mit Vollgas ins Chaos!

Der Begriff Krise sollte eigentlich mit großem Abstand zum Unwort des Jahres gewählt werden, denn seit September 2008 dreht sich unser komplettes Leben nur noch um die Konsequenzen der Finanzkrise. Unfassbar aber wahr, manche Medien sprechen jetzt schon von einer Generation Krisenkinder, da glaubt man sich ja fast schon im Dritten Weltkrieg. Eines ist aber sicher, wir, du und ich, sind an dieser Krise alles andere als Schuld, ganz im Gegenteil, die Krise wurde von denjenigen hervorgerufen, die den Mund mal wieder nicht voll genug bekommen konnten, und das auf Kosten des normalen Bürgers. Da gehen einem die Fernsehbildern von weinenden Kleinanlegern durch Mark und Bein, denn tausende von Menschen haben ihr Erspartes verloren, weil sich die vorher so freundlichen Bänker einfach verzockt haben. Ein Schuldeingeständnis? Nein ganz im Gegenteil, es wird mit der gleichen Arroganz weiter gemacht und viele Experten warnen jetzt schon vor einer neuen Krise. Es wäre ja auch zu einfach, wenn man aus den Fehlern der letzten Jahre gelernt hätte. Leider liegt die Gier in der Natur des Menschen und diejenigen die in den Wolkenkratzern das Geld anderer verwalten, können einfach nicht anders als zu zocken, ohne Rücksicht auf Verluste. Denn Konsequenzen haben sie nicht zu erwarten. Bis heute hat keine Staatsanwaltschaft Untersuchungen bei den betroffenen deutschen Großbanken aufgenommen. Einem Herrn Zumwinkel wird wegen ein paar Millionen Steuerhinterziehung der öffentliche Prozess gemacht, dass der Staat aber einen Rettungsfond von knapp 500 Milliarden Euro benötigt, um ein zerstörtes Bankensystem zu retten, interessiert moralisch niemanden. Ein paar Vorstände namhafter Banken mussten gehen, einige medienwirksam, andere klammheimlich, die meisten unter ihnen sitzen aber jetzt schon wieder in der Vorstandsetage anderer Banken. Moral und Schuld werden hier erst gar nicht mehr öffentlich diskutiert, warum eigentlich? Sind wir schon so abgestumpft von der Krise, nehmen wir einfach nur noch alles hin, machen wir die Augen zu, in der Hoffnung, dass der Spuk bald vorbei ist? Dennoch geht es uns alle an und wir spüren die Konsequenzen seit fast einem Jahr täglich, in allen Bereichen unseres täglichen Lebens. Und die Krise ist noch lange nicht vorbei, denn viele Sachen werden vor den anstehenden Wahlen im Oktober noch schön geredet und die aktuelle Regierung versucht sich mit populären Maßnahmen noch einmal ins rechte Licht zu rücken. Aber nach den Wahlen kommt der große Knall. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird so dermaßen heftig dementiert, dass sie eigentlich schon beschlossene Sache ist. Rentenkürzungen, massive Steuererhöhungen, steigende Krankenkassenbeiträge, Reichensteuer, die Vielfalt der auf uns zukommenden Einschnitte ist ihrer Vielzahl noch gar nicht abzuschätzen. Eines ist sicher: Der Staat steht vor dem Bankrott und es gibt nur einen, der dies verhindern könnte: Der Bürger! Na dann Prost!

olivier fourcade

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