Sind unsere Politiker krank?
Wenn man die Nachrichten im Fernsehen und die Berichte in den einschlägigen Tageszeitungen etwas genauer liest, kommt man unweigerlich auf den Gedanken, dass unsere Politiker an einer mysteriösen Krankheit leiden müssen. Zu wirr sind die Verhaltens-weisen, zu kurzfristig und engstirnig das Denken und viel zu absonderlich die Entscheidungen. Nach einer intensiven Suche im Internet bin ich bei Wikipedia fündig geworden und kann bei unseren Politikern nun die Krankheit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) diagnostizieren. Die genaue Erläuterung von ADHS ist: Eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich primär durch leichte Ablenkbarkeit und geringes Durchhaltevermögen sowie ein leicht aufbrausendes Wesen mit der Neigung zum unüberlegten Handeln, häufig auch in Kombination mit Hyperaktivität auszeichnet.
Besser kann man es wirklich nicht beschreiben. Fangen wir mal bei Umweltminister Gabriel an, der sich, ohne richtig über die Möglichkeiten und Konsequenzen nachgedacht zu haben, für die Einführung des Biosprits eingesetzt hat. Nachdem die ganze Nation schließlich Monate lang die Hände über den Kopf geschlagen und dem Minister in Berlin im Detail die Absurdität seines Plans bewiesen hat, musste dieser schließlich im stillen Kämmerlein zurückrudern. Gott sei Dank! Das zum Thema unüberlegtes Handeln…
Über die Einführung der Umweltplakette ist in den letzten Monaten viel geschrieben worden und zwar aus gutem Grund. Mittlerweile hat auch der letzte Befürworter den Unsinn der Plakette verstanden. Jedoch kamen in der Zwischenzeit auch Dinge ans Licht, die einem wirklich die Sprache verschlagen. So kann man nachlesen, dass die städtischen Fahrzeuge, sprich Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Müllwagen usw. von der Plakettenpflicht befreit sind. Und aus welchem Grund? Ganz einfach: Da ca. 60 % der städtischen Flotte keine Plakette erhalten würde und die Erneuerung der Fuhrparks einfach nicht zu finanzieren ist, schließt sich der Staat einfach mal aus. In diesem Falle ist dies eine unsägliche Ungleich-behandlung. Während kleinere Firmen, die im Stadtgebiet tätig sind, gezwungen werden, teure Kredite zu nehmen, um neben Ausnahmegenehmigungen auch neue Fahrzeuge anzuschaffen, entzieht sich Vater Staat einfach mal seiner Pflicht! Dies dürfte in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig sein.
Auch beim Thema Partikelfilter wurde mal wieder kurzerhand ein Gesetz aus der Hüfte geschossen, dessen korrekte Einhaltung man dabei gar nicht eingeplant hat. So freute sich nur die Zubehörindustrie, die in kürzester Zeit hunderttausende Fahrzeuge mit Billigfiltern ausrüstete, die zudem teilweise gar nicht funktionierten. Und niemand in der Politikerriege hat sich einmal Gedanken darüber gemacht, wie man diese Partikelfilter nach ihrem Einsatz entsorgt. Denn kaum einer weiß, dass diese schließlich unter die Kategorie Sonder-müll fallen, wie auch die Katalysatoren oder die Batterien in den zurzeit ach so populären Hybridfahrzeugen.
Man sollte eigentlich von hoch gebildeten und hoch bezahlten Politikern eine Form von intelligentem und nachhaltigem Handeln erwarten, doch scheinbar lässt die Krankheit ADHS dies bei den Damen und Herren in Berlin leider nicht zu. Da fragt man sich schon langsam, wo dies unsere Nation in der Zukunft hinführen soll? olivier fourcade